
Wie Sie falsche Polizisten am Telefon erkennen
Betrüger geben sich am Telefon immer wieder als Polizeibeamte aus, um an Geld und Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen. Häufig richten sich die Anrufe gezielt an ältere Menschen. Die Täter nutzen dabei das Vertrauen in die Polizei und versuchen, durch erfundene Geschichten Angst und erheblichen Zeitdruck zu erzeugen.
Typischerweise behaupten die Anrufer, dass Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zu Hause nicht mehr sicher seien. Auch angeblich gefährdete Bankkonten oder bevorstehende Einbrüche können Teil der Geschichte sein. Am Ende sollen die Betroffenen Geld oder Wertgegenstände an eine vermeintliche Vertrauensperson übergeben.
Ein besonders deutliches Warnzeichen ist die Forderung nach Geld oder Wertgegenständen. Die Polizei verlangt niemals, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung an Polizeibeschäftigte oder andere Personen zu übergeben.
So gehen falsche Polizisten am Telefon vor
Betrüger geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und erfinden eine Geschichte, die bei den Angerufenen Angst oder Verunsicherung auslösen soll. Beispielsweise berichten sie von angeblich festgenommenen Einbrechern und behaupten, dass weitere Straftaten unmittelbar bevorstehen könnten.
Im Verlauf des Gesprächs erkundigen sich die Täter häufig nach Bargeld, Schmuck, Gold oder anderen Wertgegenständen. Auch Bankguthaben können zum Thema gemacht werden. Dabei versuchen die Anrufer, den Eindruck zu vermitteln, das Vermögen der Betroffenen sei nicht mehr sicher.
Schließlich fordern die Täter ihre Opfer dazu auf, Geld oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung bereitzustellen. Diese sollen dann häufig einer Person übergeben werden, die als Polizeibeamter oder andere Vertrauensperson angekündigt wird.
Gleichzeitig versuchen die Täter, ihre Opfer unter Zeitdruck zu setzen und von einer Rücksprache mit Angehörigen oder der echten Polizei abzuhalten.
Daran erkennen Sie falsche Polizisten am Telefon
Achten Sie besonders auf folgende Hinweise:
- Fragen nach Ihrem Vermögen: Die Anrufer möchten wissen, wie viel Bargeld Sie besitzen, ob Sie Schmuck, Gold oder andere Wertgegenstände zu Hause aufbewahren oder Geld auf der Bank haben.
- Forderung nach Geld oder Wertsachen: Sie sollen Bargeld abheben oder Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung bereitlegen.
- Ankündigung einer Abholung: Eine vermeintliche Polizeibeamtin, ein vermeintlicher Polizeibeamter oder eine andere Person soll Geld oder Wertgegenstände bei Ihnen abholen.
- Massiver Zeitdruck: Die Anrufer drängen darauf, dass Sie sofort handeln und keine Zeit haben, die Geschichte zu überprüfen.
- Aufforderung zur Geheimhaltung: Sie sollen mit niemandem über das Gespräch sprechen und insbesondere keine Angehörigen oder andere Personen informieren.
Auch eine angezeigte Telefonnummer ist kein Beweis für einen echten Polizeianruf. Betrüger können die im Display angezeigte Rufnummer technisch manipulieren. Erscheint bei einem eingehenden Anruf sogar die 110, handelt es sich nicht um einen Anruf der echten Polizei. Die Polizei ruft Sie nicht unter der Notrufnummer 110 an.
Wichtig: Die Polizei fordert Sie niemals dazu auf, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung an Polizeibeschäftigte oder andere Personen zu übergeben.
So reagieren Sie bei einem verdächtigen Anruf richtig
- Beenden Sie das Gespräch. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und diskutieren Sie nicht mit den Anrufern.
- Geben Sie keine Auskunft über Ihr Vermögen. Nennen Sie keine Bargeldbestände, Kontoguthaben, Schmuck oder andere Wertgegenstände.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen. Stellen Sie diese auch nicht zur Abholung bereit und überweisen Sie aufgrund eines solchen Anrufs kein Geld.
- Kontaktieren Sie die Polizei selbst. Beenden Sie zunächst das verdächtige Gespräch und wählen Sie anschließend eigenständig die 110.
- Informieren Sie eine vertraute Person. Sprechen Sie mit Angehörigen oder einer anderen Person Ihres Vertrauens über den Anruf.
- Öffnen Sie keinem angekündigten Abholer die Tür. Ist bereits eine unbekannte Person auf dem Weg zu Ihnen oder vor Ihrer Wohnung, informieren Sie die Polizei.
Wenn Sie bereits Geld oder Wertsachen übergeben haben
Wenn Sie bereits Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände übergeben haben, informieren Sie sofort die Polizei. Je schneller die Polizei Kenntnis erhält, desto eher können weitere Maßnahmen eingeleitet werden.
Teilen Sie der Polizei möglichst genau mit, was übergeben wurde, wann und wo die Übergabe stattgefunden hat und wie die Person aussah, die das Geld oder die Wertgegenstände entgegengenommen hat.
Wurde Geld überwiesen oder wurden Bankdaten beziehungsweise Zugangsdaten weitergegeben, nehmen Sie zusätzlich unverzüglich Kontakt mit Ihrer Bank auf. Unter Umständen können Zahlungen noch gestoppt oder weitere Verfügungen verhindert werden.
Sichern Sie vorhandene Informationen wie Telefonnummern, Nachrichten, Namen oder andere Angaben der Täter. Diese können für die Ermittlungen wichtig sein.
Wichtig: Wenn Sie bereits Geld oder Wertgegenstände übergeben haben, handeln Sie möglichst schnell. Informieren Sie unverzüglich die Polizei und teilen Sie alle noch vorhandenen Informationen zum Anruf und zur Übergabe mit.
So können Angehörige vorbeugen
Angehörige können dazu beitragen, ältere Familienmitglieder auf diese Betrugsmasche vorzubereiten. Sprechen Sie darüber, dass sich Kriminelle am Telefon als Polizeibeamte ausgeben und dabei sehr überzeugend auftreten können. Ähnliche Vorgehensweisen finden sich auch beim Schockanruf und beim Enkeltrick.
Vereinbaren Sie eine klare Regel: Auskünfte über Bargeld, Schmuck, Konten oder andere Vermögenswerte werden gegenüber unbekannten Anrufern grundsätzlich nicht erteilt. Geld oder Wertgegenstände werden niemals aufgrund eines Telefonanrufs an fremde Personen übergeben.
Ermutigen Sie Angehörige, verdächtige Gespräche ohne Bedenken zu beenden. Bei einem berechtigten polizeilichen Anliegen können Sie ein Telefonat beenden und anschließend selbst Kontakt mit der Polizei aufnehmen.
Hinterlegen Sie wichtige Telefonnummern gut sichtbar und vereinbaren Sie, dass bei ungewöhnlichen Geldforderungen oder angeblichen polizeilichen Maßnahmen zunächst eine vertraute Person informiert wird.
Fazit
Falsche Polizeibeamte am Telefon setzen auf Vertrauen, Angst und Zeitdruck. Entscheidend ist eine einfache Grundregel: Die Polizei verlangt niemals die Übergabe von Bargeld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen zur angeblichen Sicherung.
Beenden Sie verdächtige Gespräche, geben Sie keine Auskunft über Ihre Vermögensverhältnisse und nehmen Sie im Zweifel selbst Kontakt mit der Polizei auf.
Sprechen Sie auch mit Angehörigen über diese Betrugsmasche. Wer die Vorgehensweise kennt, kann einen Betrugsversuch schneller erkennen und richtig reagieren.